Beim Circus San Pedro Piccolino bewegt sich was – Am Zirkus entsteht ein Pflanzenzirkus

 

Der Kinder- und Jugendzirkus hat mit Fördermitteln die Halle brandschutztechnisch durch eine Feuerwand und Rauchabzugsfenster auf den neuesten Stand gebracht und in 400 Stühle investiert. Jetzt fehlt nur noch das Publikum. Wie lange es noch dauert bis in der Halle wieder Aufführungen stattfinden können, ist derzeit jedoch ungewiss.

 

Neben dem Innenbereich wird auch das Außengelände aufgewertet. „Nach Monaten und Jahren des Vandalismus ist, seitdem durch unseren Nachbarn, das Kolping-Bildungszentrum Werl, ein heimisches Security-Unternehmen zur Überwachung verpflichtet ist, endlich Ruhe eingekehrt“, so Johannes Langschmidt, Vereinsvorsitzender des Kinderzirkus‘.

 

Dort, wo bis vor kurzem noch Wildwuchs das Bild bestimmte, soll ein Pflanzenzirkus entstehen. Dies geschieht im Rahmen der Maßnahme „Lernen und Arbeiten vor Ort“ (kurz: LAvO), angesiedelt bei dem Kolping-Bildungszentrum Werl und gefördert durch das Jobcenter AHA Kreis Soest. Das Jobcenter ist im Kreis Soest zuständig für die Umsetzung des SGB II und unterstützt Menschen dabei berufliche Perspektiven zu entwickeln und eine Arbeit aufzunehmen.  

 

„Wesentlicher Bestandteil der Maßnahme „LAvO“ ist die Arbeit der Teilnehmenden an konkreten gemeinnützigen Projekten vor Ort“, erläutert Angelika Pasvoss-Heinz, Koordinatorin der Maßnahme. „So wurde beispielsweise im Oktober 2020 bei der „Von Mellin’sche Stiftung Kinder- und Jugendhilfe“ in Werl erfolgreich eine Traumlichtung fertiggestellt, ein Ort der Ruhe, zum Entspannen und Wohlfühlen, ganz nach den Vorstellungen der in der Einrichtung lebenden Kinder und Jugendlichen“, so Pasvoss-Heinz weiter.

 

Jetzt folgt also als weiteres Projekt ein Pflanzenzirkus in der Belgischen Straße. Es wird ein Eingangsbereich mit einem Rondell gestaltet, das dem Grundriss eines Zirkuszeltes nachempfunden ist. Die Außenbegrenzung des Rondells wird mit Steinen aufgebaut, ebenso ein innerer Ring, der die Abgrenzung der Manege symbolisiert. Ein Gefälle von dem äußeren zum inneren Steinkreis soll die Zuschauertribüne mit verschiedenen Sitzebenen darstellen. Die Fläche zwischen Außenring und Innenring wird in Segmente aufgeteilt und unterschiedlich bepflanzt. Ergänzend werden der Toilettenwagen saniert sowie die Notausgänge geschottert und gepflastert.

 

„Der Grundgedanke dieser Projektidee ist, zwei Dinge miteinander zu verbinden: zum einen das Thema „Zirkus“, zum anderen den Bezug zu Natur und Pflanzen aufleben zu lassen und Jung und Alt näher zu bringen“, erklärt Nino Salvati, Anleiter bei „LAvO“ .

 

Im Vorfeld haben die Teilnehmenden durch eigenes Fertigen von Skizzen oder Herstellen einer Modelllandschaft ihre Ideen zur Gestaltung eingebracht.

 

Aufgrund der Bestimmungen der CoronaSchVO und der Wetterlage mussten die Außenarbeiten auf dem Projektgelände des Pflanzenzirkus‘ unterbrochen werden. Seit einigen Wochen werden die Arbeiten fortgesetzt. „So wurden beispielsweise die Reste des abgebrannten, dem Vandalismus zum Opfer gefallenen Kaffeewagens von den Teilnehmenden unter Anleitung zerlegt und fachmännisch entsorgt, Grünpflege betrieben und Wildwuchs entfernt“, ergänzt Jürgen Pernak, ebenfalls Anleiter bei „LAvO“.

 

„Die Teilnehmenden der Maßnahme „LAvO“ sammeln durch diese konkrete Projektarbeit praktische Erfahrungen in vielfältigen Themenfeldern, wie z.B. Garten- und Landschaftsbau, Pflaster-, Holz- und Malerarbeiten, die sie zum späteren Zeitpunkt ggf. im Beruf einsetzen können. Das unterstützt Teilnehmende, die schon seit längerer Zeit ohne Beschäftigung sind, den Bezug zur Arbeitswelt wiederherzustellen, verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen und sich auszuprobieren. So lernen sie durch alltägliche und praktische Tätigkeiten sich neuen Herausforderungen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen und Aufgaben zu bewältigen“, fasst Angelika Pasvoss-Heinz abschließend zusammen.

 

 

 

 

Info:    „Lernen und Arbeiten vor Ort“ (LAvO)

Die Maßnahme „Lernen und Arbeiten vor Ort“ (kurz: LAvO) des Kolping-Bildungszentrums Werl richtet sich an langzeitarbeitslose Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund, die an den Arbeitsmarkt herangeführt werden sollen. „LAvO“  eröffnet den Teilnehmenden durch das Prinzip des Lernens und Arbeitens neue Anreize und Perspektiven sowohl für ihre persönliche als auch berufliche Weiterentwicklung. Die Arbeiten an konkreten Projekten vor Ort kommen ausschließlich gemeinnützigen Einrichtungen zugute. Die praktische Arbeit wird von Ausbildern des Kolping-Bildungszentrums Werl angeleitet. Für die Teilnehmenden sind die öffentlich sichtbaren Ergebnisse ihres persönlichen Einsatzes innerhalb des Projektes eine wichtige Bestätigung. Nächste Schritte des Übergangs in den Arbeitsmarkt können darauf aufbauen.

Info:    Förderung durch das Jobcenter AHA Kreis Soest

Die Maßnahme „Lernen und Arbeiten vor Ort (LAvO)“ wird gefördert durch das Jobcenter AHA Kreis Soest. Das Jobcenter ist im Kreis Soest zuständig für die Umsetzung des SGB II. Träger des Jobcenters sind Kreis Soest und die Agentur für Arbeit Soest-Meschede.

Presseartikel_Soester-Anzeiger-Werl-14.07.2021[12].pdf